Das Ende der „Textbörsen“ – endlich!

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„Schreibe über dieses Haarwuchsmittel und verdiene 2,17Euro!“ – das gibt’s wirklich. Für den Fall, dass der glückliche Autor aus Neugierde recherchiert, dass dieses Haarwuchsmittel als Nebenwirkung grüne Pickel auslöst, steht als Regieanweisung in Klammern: „Über negative Nebenwirkungen darf keinesfalls geschrieben werden“. Dies hat nichts mit Journalismus, das hat nichts mit Kreativität zu tun – und wird zum Glück immer mehr von Maschinen übernommen. Der Bedarf an Produktbeschreibungen, von denen man alles, aber keine Kritik am Produkt erwarten sollte, ist gigantisch: ein Online-Shop mit mehr als 100.000 Artikeln ist keine Seltenheit und zunehmend werden alle Produktbeschreibungen in allen gängigen Weltsprachen benötigt. Selbst für das einmalige Erstellen von mehreren hunderttausend Texten wäre ein Computerjournalist extrem hilfreich, aber „Natural Language Generation“ kann ja noch mehr .

Der große Vorteil bei Produktbeschreibungen, die automatisch erstellt werden sollen: es gibt zu fast jedem Produkt ein sogenanntes Datenblatt, auf dem im besten Fall schön ordentlich und vor allem nach dem immer selben System alle relevanten Merkmale erfasst sind. Also die Länge, Breite und Tiefe des Sofas, die Packmasse – aber auch Stoffart und Farbe sind verwertbare „Daten“. Daraus wird schnell klar: je mehr Produkte mit möglichst vielen ähnlichen oder gleichen Merkmalen vertextet werden sollen, desto mehr Sinn macht der Software-Einsatz. Welcher real existierende Mensch möchte schon 3.000 Leuchtdioden beschreiben, die sich nur in einem einzigen Merkmal unterscheiden?

Warum Produkte wie Lötkolben, Hotels, Sonnenschirme und Reitschuhe unbedingt lange Fließtexte brauchen steht hier in etwa einer Woche.

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